Burnout. Ausgebrannt. Es geht nicht mehr. Rien ne va plus. Wie oft hat man diese Wörter in den letzten Tagen, Wochen oder Monaten gehört? Häufig als Modeerscheinung belächelt, von der Gesellschaft oft nicht wirklich ernst genommen, doch für Betroffene der blanke Horror. Ich gebe zu, dass ich bei diesem Thema oft weggehört habe, auch wenn ich in den letzten Jahren öfters feststellen musste, das Leistungsdruck und die eigenen Erwartungen, gepaart mit der dunklen Jahreszeit, mir schwer zu schaffen machen. Ich bin halt ein Sommermensch.
Diese “Saison” war es aber anders. Mich hat es erwischt. Es ging nichts mehr. Der Körper hat jeden Tag, sobald der Geist nur irgendwie Druck verspürte, verrückt gespielt und gestreikt. Ein schöner Cocktail aus Schwindel, Magenprobleme, Abgeschlagenheit, Grübeleien und Selbstzweifel. Alles war durcheinander und aus der Bahn geworfen. Ich wollte stark sein und dagegen angehen, doch es ging nicht und dies machte mich wiederum so verrückt, dass ich in den nächsten Teufelskreislauf rutschte. Ich rannte gegen die eine Wand und wurde mit voller Wucht gegen die andere geschmissen. Dinge die mir Spass machten und mich von Haus aus interessierten wurden auf einmal zur Nebensache. Berufliche Pflichten und private Aufgaben, die sonst leicht und einfach erschienen, strengten an und waren nicht mehr zu meistern. Jeder Tag war wie ein kleiner Kampf. Angefangen im Oktober, ein schleichender Prozess im November, leichte Erholung kurz vor Weihnachten, Game Over Anfang des Jahres.
Ich hatte den Zonk gezogen. Um 7h morgens aus dem Haus, spät abends wieder heim. Täglich grüsste das Murmeltier. Anstatt auf meine eigenen Probleme zu schauen, kam noch öfters mein – mich selbst nervendes – Samariter Syndrom hinzu und ich half erst einmal anderen. Als nichts mehr ging und ich mir eingestehen musste, dass da etwas nicht stimmt, wurde ich schnell fündig was los war. Ich hatte mich verändert und alle Dinge die ich liebte, vernachlässigt, wenn nicht sogar komplett ignoriert. Teilweise und an manchen Tagen sogar schlecht geredet um für mich selber ein Alibi zu haben, dass ich dieses oder jenes im Leben überhaupt nicht mehr benötige. Ich funktionierte nur noch in die eine Richtung und da auch nicht einmal mehr gut. Wenn ich in den Spiegel schaute, merkte ich, dass ich mich verloren hatte.
Die Liebe und Inspiration fehlten. Vor mir lagen nur noch Pflichten und Dinge, die zwar zum Leben gehörten und erledigt werden müssen, aber es gab nichts mehr, was mich ausserhalb von dem allen auffangen konnte. Ich hatte meinen Fallschirm verloren und knallte mit voller Wucht auf den Boden der Tatsachen. Der alte Jansen war tot. Der Tagträumer, der von Nebenprojekten “lebte”, die zwar keinen Reichtum brachten, aber Zufriedenheit und eine innere Entspanntheit. Als ich merkte, dass ich ein Problem habe, versuchte ich mir also die Dinge zurückzuholen, wo ich mir sicher war, dass mich diese therapieren werden. Ob es geklappt hat? Ich weiss es nicht, zur Zeit geht es mir gut und ich sehe Licht, welches mir Hoffnung gibt. Warum ich das hier schreibe? Ich glaube, ich brauche diesen Artikel um mit einer wirklich dunklen Zeit abzuschliessen.
Eine Art digitale Selbsttherapie 2.0. Aber ich denke, ich möchte auch auf etwas aufmerksam machen und zwar das man drei Dinge im Leben nie vernachlässigen sollte. Die Liebe, die Inspiration und die eigenen Träume! Hallo Leben! Das ist mein Comeback!